RACE ACROSS AMERICA 2012
FAQ´s zum Race Across America 2012FAQ´s zum RAAM 2012
Zusammengefasste Antworten zu zahlreichen Fragen betreffend „Fahrstrategie und Verlauf des Rennens“ Unsere Strategie als Rookie (Neuling), im Vergleich zu den meisten anderen Teilnehmern im Radsport sehr unroutinierter und im Schnitt 15 – 20 Jahre älterer Fahrer als die ersten 5-8 Platzierten, war eine ganz klare: mir war von Anfang an klar, dass ich auf den ca. 1.000 km im östlichen und flachen Colorado Kansas, Missouri und Illinois (tausende riesige Bodenwellen und permanenter Seiten- sowie Gegenwind) sowie auf den letzten 1.000 km etliche Stunden verlieren werde. Was es zu vermeiden galt war, dass neben einem körperlichen Tief auch noch ein mentaler ZEIT-Stress dazu kommt, weil ich keinen Zeitpolster habe. Aus diesem Grund war von Anfang an klar, dass ich auf den ERSTEN 2.000 km, auf denen ich mich sehr wohl fühle (Berge, 20.000 HM und Gluthitze in der Wüste) diesen Zeitpolster von geplanten 16 – 20 Stunden auf die Soll-Zeit (12 Tage) herausfahren muss. Mit meiner bis dorthin permanenten Platzierung unter den ersten 6-8 Fahrern und einem Zeitvorsprung auf die Sollzeit von 16 Stunden ist das zu 100% gelungen. Die zweiten 2.400 km entwickelten sich exakt so, wie ich es geahnt habe, ich benötigte von diesem Zeitvorsprung noch einmal 8 Stunden und rettete 8 Stunden Vorsprung ins Ziel. Bist Du mit Platz 16 zufrieden? Es wird von MIR kein Interview, keine Aussage und kein Statement im Vorfeld des Rennens geben, bei dem ich nicht IMMER das Gleiche gesagt habe: „Erstes und einziges wirkliches Ziel ist es, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit von 12 Tagen zu finishen. Wenn es IDEAL und PERFEKT auf allen Linien läuft, halte ich eine Zeit um 10 Tage (oder leicht darunter) für möglich.“ Erstes und prioritäres Ziel zu 100% erreicht !! Das zweite - für möglich gehaltene - Ziel war für mich – trotz idealer und perfekter äußerer und gesundheitlicher Umstände – NICHT drinnen. JEDER Rookie und Neuling sowie Amateur (egal welchen Alters; außer ein Siegfahrer), der beim härtesten und schwersten Rennen auf der Welt etwas Anderes als zu FINISHEN als sein erstrangiges Ziel angibt, agiert überheblich oder weiß nicht, wovon er redet. Beweis und Zeichen der einzigen Philosophie, die das RAAM seit 31 Jahren hat, ist, dass der erste und der letzte FINISHER, die gleiche Medaille, die gleiche Siegerehrung und die gleiche Aufmerksamkeit von Seiten der Rennleitung bekommt. Dass die Sieger dann in Folge Ihren grandiosen Sieg und Ihre unglaubliche Leistung selbst vermarkten können, ist eh klar. Beim RAAM zählt das Durchkommen, das Bewältigen der Strecke mit dem Rennrad alleine und ohne fremde Hilfe. Thats it, nothing more! Für Radrennfahrer, die sich kein Bild machen können, was diese Strecke in dieser Zeit bedeutet ein paar Zahlen und Vergleiche:
Weiters ist zu sagen, dass man WEDER die Platzierungen INNERHALB des gleichen Rennens miteinander vergleichen kann (bei Zeitabständen von bis zu 3 Tagen und mehr, kann der eine Fahrer ein TOTAL anderes Wetter haben, als der andere), NOCH die Leistungen und Platzierungen sowie Fahrtzeiten von unterschiedlichen Jahren, bei denen bei 4.800 km der Faktor WETTER (Tornados, Temperaturen, Niederschlag ….) einen derart immensen Unterschied von mehr als einem Tag NUR wegen des Wetters ausmachen. Für all jene, die Leistungen und Platzierungen sowie Fahrtzeiten von Rennen, die 10 Jahre auseinander liegen miteinander vergleichen wollen, sei gesagt, dass alle 4-5 Jahre die Route des RAAM geändert wird, und so z.B. die Route 2002 mit der Route 2012 rein GAR nichts miteinander zu tun hatte. Anderer Startort, anderer Streckenverlauf, anderer Zielort, unterschiedliche KM, unterschiedliche Höhenmeter …. etc etc .! Ebenso sind z.B. noch vor einigen Jahren nicht mehr als 20 Fahrer (letztes Jahr mehr als doppelt so viele) am Start gestanden und ebenso weniger als die Hälfte als heute ins Ziel gekommen. Kurzum: Ein Vergleich zwischen einer Leistungen eines beliebigen RAAM mit dem eines RAAM eines anderen jahres, geschweige denn, wenn 10 Jahre dazwischen liegen, ist, als würde man einen Abfahrtsieg von Michael Walchhofer oder Kröll in Kitzbühel mit dem eines Franz Klammer vergleichen. Vergleiche für Radrennfahrer zum Selbst-Ausprobieren:
Sind Deine Erwartungen, was auf Dich beim RAAM zukommt, eingetroffen? Auf den ersten 2.400 km (wenngleich in zehnfach stärkerem Ausmaß als jemals erträumt und erwartet) ja! Auf den zweiten 2.400 km ganz klar NEIN !! Trotz Streckenbesichtigung, trotz unzähliger Bücher, Publikationen, Gespräche mit Finishern und Siegern und Studium von Videos etc ….. hatte das, was man auf den zweiten 2.400 km erlebt, nicht mehr das Geringste mit dem zu tun, was man sich auch in den kühnsten Träumen erwartet. Das ist nur mehr blanker Kampf ums „überleben“, man funktioniert nur mehr wie eine chip-gesteuerte und auf „Annapolis“ programmierte Maschine, es übertrifft einfach alle Erwartungen, (Alp)Träume und Fantasien. Von DEM, was man auf den zweiten 2.400 km erlebt und überstehen muss, alleine „nur“ um zu finishen, kann man sich ausnahmslos nur dann einen Begriff machen und hat nur dann eine Ahnung davon, wenn man das einmal mitgemacht hat; als Fahrer oder Teammitglied. Wäre für Dich jetzt im Nachhinein eine bessere Platzierung möglich gewesen? Zum einen muss mir einmal jemand sagen, was an einem 16. Platz von 50 (!!!!) gestarteten Fahrern (nicht von 19, die ins Ziel kamen) Unzufriedenheit auslösen sollte? Aber noch einmal! Platzierung ist das so ziemlich Uninteressanteste, das es beim RAAM gibt. Absolute Hochachtung vor allen, die in der Ergebnisliste vorne platziert sind. Für MICH hat das Thema „Platzierung“ sehr rasch komplett seine Bedeutung verloren. Unter den RAAM-Fahrern wird auch nie jemand den anderen nach seiner Platzierung fragen oder einstufen. RAAM Finishen ist das Ziel. Alleine zwischen dem ERSTEN und dem DRITTEN lag eine Zeit von einen TAG. Die Maßeinheit STUNDE, KILOMETER, ja sogar TAG, verliert zum Teil total seine Bedeutung oder bekommt eine völlig neue Dimension. Es hätte immer auch ein wenig besser laufen können, es hätte aber auch WEIT SCHLECHTER laufen können !!! Unter dem Strich hat sich mein Traum erfüllt, habe ich alles erreicht, was ich erreichen wollte, und erübrigt sich immer jede Spekulation nach einem „was wäre gewesen wenn“ in der Vergangenheit. Wirst Du das RAAM noch einmal fahren? Und wenn nein, was kommt jetzt? Als Solofahrer werde ich das RAAM sicher NICHT mehr fahren. Ich wüsste im Moment absolut keinen Grund, weshalb ich das tun sollte. Nur um ev. 12. oder 10. oder vielleicht 8. zu werden (und mehr ist auf dem Niveau, auf dem ich fahre und mit diesen Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, sicher nicht möglich), auf der anderen Seite aber gleichzeitig zu riskieren, beim nächsten Mal ev. Sauwetter zu haben, ein gesundheitliches Problem oder ein sonst gravierendes Problem (Sturz, Technik, etc ….) zu haben und damit zu scheitern (und beim RAAM kannst Du IMMER und JEDERZEIT scheitern, ganz egal, wie oft man bereits Erfolg hatte) würde ich als absolute Provokation und Herausforderung des Schicksales betrachten. Das Schicksal und das Glück haben es extrem gut mit mir gemeint, dabei möchte ich es belassen. Ob ich ein ähnliches Projekt, oder etwas ganz Anderes, oder nichts mehr damit Vergleichbares in Zukunft mache, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich genieße jetzt einmal diesen riesen Erfolg und das Realisieren dieses Traumes und habe nicht den geringsten Druck, irgendetwas zu irgendeinem Zeitpunkt entscheiden zu müssen. |
Weitere Artikel |
![]() |
![]() |
![]() |
| Ein Traum wird Realität! | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| 9 Freunde auf dem Weg durch die USA! | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| Dr. Michael Nehls: "Du musst nicht siegen, um zu gewinnen" | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| Das Rad für die USA | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| Der Reiz das scheinbar Unmögliche möglich zu machen... | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| „Ein Traum beginnt Wirklichkeit zu werden“ | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| Faszination RAAM Teil 1 | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| Faszination RAAM Teil 2 | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| RAAM 2012, Kernteam Wolfi Mader | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| Michael Nehls - Vision: Race Across America (RAAM) 2010 | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
| USA WIR KOMMEN !!! | Artikel öffnen |
![]() |
![]() |
![]() |
Artikel öffnen

